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Willkommen in der Böttger-Apotheke, der Heimat des Schleizer Böttger-Bitter

Schleizer Böttger Bitter
Böttger-Bitter 250mL süß | zuckerfrei

Goldgelb, und seit 2009 auch grün, erstrahlt er in seiner Flasche und erwärmt Herz und Seele.

Sie merken schon, dass uns der Schleizer Böttger-Bitter am Herzen liegt. Aber nicht nur Herz, sondern auch Wissen um das Handwerk und Qualitätsbewusstsein sind notwendig, um dieses Produkt zu erschaffen.

So sind die Wurzel- und Kräuter-Drogen, die zur Herstellung unseres Böttger-Bitters verwendet werden von Arzneibuch-Qualität – und das obwohl dieser ja eigentlich ein Lebensmittel ist.

Alle Kräuter- und Wurzeldrogen werden in unserem Labor auf Echtheit und Qualität geprüft, und dürfen erst dann zur Herstellung verwendet werden.

Sorgsam und nach geheimer Rezeptur werden die einzelnen Kräuter zu einer unverwechselbaren Mischung zusammgestellt. Im Ansatz mit purem Alkohol wird diesen Kräutern das Beste entlockt, was die Natur ihnen mitgegeben hat – Aromen und Bitterstoffe – die dann das Aroma des Schleizer Böttger-Bitter enstehen lassen.

Eine Qualität und Liebe zu Detail, die man genießen kann – im Schleizer Böttger-Bitter!

 

… schon probiert?

 

Schleizer Böttger Bitter goes Cocktail

Zugegeben – 43 Vol. % sind nicht immer und für jedermann passend. Besonders an lauen Sommerabenden darf es wohl ein bisschen milder sein. Trotzdem will man auf den Geschmack des Schleizer Böttger-Bitter nicht verzichten.

Deshalb haben wir mit viel Liebe und Fantasie den „Böttger’s delight“ erschaffen. Für Leute, die Geschmack und Frische ohne viel Alkohol genießen möchten.

Dank an Ingrid, Birgit, Vera, Owe, Jochim und Gerold für das aufopferungsvolle Testen und die konstruktive Kritik.

 

 

Der Schleizer Böttger-Bitter – DIE STORY

Wie alles begann ….

Viele Apotheken stellen heutzutage einen Kräuterbitter her. Hervorgegangen sind die meisten dieser alkoholischen Mischungen aus Extrakten von Kräutern, Wurzeln, Rinden und anderen Pflanzenteilen. Sie waren ursprünglich Magentinkturen oder Magentropfen mit rein arzneilicher Wirkung.

Die Rezepturen zur Herstellung wurden in den Apotheken von Generation zu Generation weiter gegeben und waren natürlich meist nur dem Chef bekannt. Dieser legte auch besonderen Wert darauf, die Kräuterzusammensetzung bei der Herstellung höchstselbst vorzunehmen.

Auch in der Schleizer Apotheke (die früher den Namen Hofapotheke trug und im Jahre 1946 in Hirsch-Apotheke umbenannt wurde) wurde ein Kräuterbitter hergestellt, der den Namen „Schleizer Schloßbitter“ trug. Der ehemalige Pächter der Apotheke nahm diese Rezeptur im Jahr 1948 mit nach Westdeutschland, und stellte ihn dort auch weiter her.Rezeptur Schleizer Schlossbitter

Seit Beginn meiner Tätigkeit in der Apotheke im Jahre 1965 habe ich versucht eine Kräutermischung zusammenzustellen, um daraus einen eigenen Kräuterbitter zu kreieren.

Die ersten Versuche bestanden meist aus Mischungen von Arzneibuchtinkturen, verschiedenen Magentropfen und diversen anderen Ingredienzien, die dann einer Alkohol-Wasser-Mischung „Geschmack und Seele“ gaben.

Das geschah allerdings jedes Mal in mehr oder weniger neu improvisierter Zusammensetzung, was sowohl für mich in der Herstellung, als auch für die Betroffenen bei der Verkostung eine außerordentliche Hausforderung war. Geschmackliche „ Fehltreffer“ waren nicht ausgeschlossen!

Anfang der Achtzigerjahre begann ich nun gezielt eine reproduzierbare Rezeptur zu erstellen. Der neue Magenbitter in der damaligen „Hirsch-Apotheke“, war derweilen auch schon bekannt geworden – wenn auch in zufallsbedingt variierenden Geschmacksnuancen.

Bei Gästen und besonders bei den Handwerkern, die häufig im Haus und der Apotheke tätig waren, erfreute er sich zunehmender Beliebtheit. Und es gab ständig etwas zu bauen und zu reparieren – war doch damals das Haus völlig heruntergekommenen und die Apotheke in einem miserablen Zustand, wie noch heute in diversen Protokollen, Bauantragsschreiben u.a. Schriftsätzen nachzulesen ist.

Ebenso bewährte sich der damals noch „Namenlose Bitter“ in manchen, zu DDR –Zeiten oft schwierigen „ Beschaffungssituationen“, indem er sich quasi zu einer zweiten Währung etablierte.

Der Erfolg des Produktes ließ die Häufigkeit der Gelegenheiten zunehmen, an denen eine Bitter-Mischung bereitet wurde. Je mehr Mischungen bereitet wurden, desto mehr konstruktiv-kritische Bewertungen der „Fans“ flossen in den Erfahrungsschatz ein. Jetzt war es an der Zeit aus dem „künstlerischen“ Produkt mit seinen vielen Variationen ein „handwerkliches“ Produkt mit einer wiederholbaren Standardrezeptur zu erschaffen.

Arzneibuch

Um eine solide „Rohstoffbasis“ zu erhalten suchte ich nach Magentinkturen – zunächst in einem alten handgeschriebenen Arzneibuch aus dem Jahr 1681.

Den unterschiedlichen Schriftbildern zufolge, war dieses Arzneibuch offensichtlich von mehreren Generationen von Apothekern zusammengeschrieben worden. Das Buch hatte ich als Geschenk in den sechziger Jahren von meinem damaligen Chef in Anerkennung meiner „vielfältigen handwerklichen Leistungen in seiner Apotheke“ erhalten.

Es gehört noch heute zu den „ Reichtümern“ im Familienbesitz.

In diesem Buch fanden sich durchaus interessante Rezepturen zu magenwirksamen Drogen, die jedoch ihrem Charakter nach rein arzneiliche Wirkungen verfolgten. Diese Wurzel- Blätter-, Rinden- und Ganzkräuter-Drogen fanden dabei mein besonderes Interesse.

Anmerkung für Nichtpharmazeuten: als“ Drogen“ werden von uns Apothekern heute alle klassischen pflanzlichen Roh-Produkte bezeichnet, im Gegensatz zum heutigen landläufigen und weniger erfreulichen Drogenbegriff.

Bei der Durchsicht von Arzneibüchern und Büchern über Pflanzenkunde konnte ich dann eine lange Liste von Rohstoffen zusammenstellen die mir geeignet schienen, um daraus einen Kräuterbitter herzustellen.

Die besondere Schwierigkeit bestand nun darin, aus der großen Zahl die geeigneten Drogen auszuwählen und in der richtigen Zusammensetzung mit dem richtigen Extraktionsmittel zu extrahieren. Mein inzwischen erworbener, durchaus umfangreicher Erfahrungsschatz war natürlich die Basis für alle weiteren Kreationen. Der neue Geschmack sollte nicht dem Geschmack der vielen am Markt vorhandenen Kräuterschnäpse entsprechen und vor allem natürlich uns schmeckten.

Ein wichtiger Grundsatz bei der Auswahl der Drogen war, das es sich nur um anerkannte und registrierte Zutaten handeln sollte, die immer beschaffbar waren und deren Ruf nicht durch „exotische“ Versprechen belastet war.

Beim Geschmackstest gab es viele Versuche, an deren Ergebnis viele beteiligt waren: natürlich meine Mitarbeiter, zahlreiche Handwerker- Sie wissen ja schon, dass wir ständig Handwerker in unserer Apotheke hatten – sowie auch Gäste und Kunden, die zu uns in die Apotheke kamen.

Es wurden natürlich immer nur kleinere Mengen zum Sofortverbrauch in der Apothekenrezeptur hergestellt.

Nach diesem sich über längere Zeit hinziehenden „Massengeschmackstest“ war es dann Anfang der achtziger Jahre soweit: DIE REZEPTUR stand!

Den meisten „Testern“ schmeckte diese dann auch. Es soll hier aber auch die absolute Ablehnung einiger Probanden nicht verschwiegen werden.

Friedrich Boettger

Aber das „Kind“ hatte noch keinen Namen. Erst mit der von mir 1982 beantragten Namensänderung der Apotheke von Hirschapotheke in Böttger-Apotheke erhielt diese Mischung Ihren Namen.

Anlass war der 300. Geburtstages von Johann Friedrich Böttger, einem Sohn der Stadt Schleiz und Erfinder des europäischen Porzellans. Johann Friedrich Böttger wurde am 4.Februar 1682 als Sohn des Münzmeisters in Schleiz geboren, war Apothekerlehrling und widmete sich dann der Allchemie. Er hatte die Vorstellung Gold herstellen zu können. Was ihn für die Herrschenden seiner Zeit besonders interessant machte, so auch für August den Starken ………… aber das ist eine andere sehr interessante Geschichte.

Und so bekam zeitgleich mit unserer Apotheke am Markt im Jahr 1982 schließlich dann auch unser Bitter den Namen: „Schleizer Böttger- Bitter“

Bei Insidern hat sich der Name „BöBi “ inzwischen etabliert.

Wir sind also unseren Fans und Wegbegleitern zu großem Dank verpflichtet, schließlich wurde unser Böttger-Bitter auch durch sie erschaffen. Auf Anregung eines ehemaligen Fußballkumpels des Hobby-Fußballclubs „FC Medizin Schleiz“ wurde auf Basis der Böttger-Bitter Rezeptur dann noch eine zuckerfreie Variante – der Fußballkumpel war Diabetiker – und später dann auch noch eine Minz-Variante geboren.

Selbstverständlich wachen der Zoll und die Lebensmittelaufsicht schon immer streng über die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen im Umgang mit Lebensmitteln im Allgemeinen und mit reinem Ethanol in Besonderen.

Im Jahre 1992 sah ich mich dann verlasst, sowohl die Rezeptur als auch die Marke schützen zu lassen, um vor Nachahmern weitgehend sicher zu sein. Wenn sie also mal eine Flasche in der Hand halten, die wie Böttger-Bitter aussieht – Etikett anschauen und überprüfen, bevor Sie trinken! Denn nur unser Böttger-Bitter ist das „Original seit 1982“.

Inzwischen hat sich der Schleizer Böttger- Bitter doch einen ziemlichen Fan-Kreis erworben und wird als eines der typischen Schleizer Präsente gern an Freunde und Bekannte verschenkt. Natürlich wird er auch von vielen Schleizern und Bürgern aus der Umgebung als verdauungsfördernde Tinctur, als Digestiv oder Aperitiv (z.B. mit Orangensaft oder Tonic-Water gemischt) getrunken, und hat schon manche leichte Magenverstimmung gelindert.

Das die Geschichte des „BöBi“ damit noch nicht zu Ende erzählt ist und nunmehr die nächste Generation einschließt, beweist die Entstehung des „Böttger‘s delight“ – einem „Böttger-Bitter-Cocktail“, der ähnlich wie der „Böttger-Bitter“ selbst entstanden ist – in liebevoller kreativer Zusammenarbeit der vielen Fans des „Böttger-Bitter – dem Original seit 1982“.

Abschließend noch eine für mich besonders wichtige Anmerkung.

Es erfüllt mich mit besonderer Freude und Genugtuung, dass mein Sohn, Dr. Jörg Wittig, die originale Rezeptur und die traditionelle Herstellung weiter fortführt. Darüber hinaus hat er meinem historisch entstandenen, schlichten Etikett eine ansprechendere, neue Gestaltung gegeben. Weiterhin hat er die Palette der BöBi-Verwendung durch Kreation des oben angeführten Cocktails „ Böttger’s delight“ erweitert. Das Rezept erfreut nicht nur die jahrelangen alten Anhänger sondern erweitert den „BöBi“-Anwenderkreis um die Liebhaber eines bekömmlichen Cocktails.

Möge der „Schleizer-Böttger-Bitter“ noch viele Freunde finden, und Ihnen – in Maßen genossen – gut bekommen!

Dr. Helmut Wittig, Schleiz im September 2012